Wertstoffrecycling
Fraunhofer-Zentrum "Wertstoffkreisläufe und Werkstoffsubstitution", Raum Aschaffenburg (5 Mio. €)
Der steigende Bedarf an "Seltenen Erden" und die aktuelle Diskussion um deren uneingeschränkte Verfügbarkeit verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Rohstoffversorgung der Industrie in Deutschland sicherzustellen. Kritische Rohstoffe sind vor allem Gold, Silber, Kupfer und Metalle der Seltenen Erden im Halbleiterbau sowie Elemente der Platingruppe für Katalysatoren für Fahrzeuge. Keines dieser Elemente wird in Europa in nennenswerten Mengen gefördert, Deutschland ist zu 100 % auf Importe angewiesen. Die Erzlagerstätten dieser Metalle befinden sich nahezu ausschließlich außerhalb Europas, Japans und der USA. Die VR China produziert derzeit mehr als 90% der Selten-Erd-Metalle und besitzt so ein Quasi-Monopol.
Das Zentrum für Wertstoffkreisläufe und Werkstoffsubstitution setzt an zwei Punkten an:
- an der Rückführung von gebrauchten elektronischen Bauteilen zum Recycling der darin enthaltenen Wertstoffe und
- an der Entwicklung von Ersatzwerkstoffen.
Ein wesentliches Ziel der geplanten Forschung ist es, Verfahren zur Gewinnung von Wertstoffen aus Sekundärrohstoffen und deren Nutzung zu entwickeln. Ein weiteres Thema ist die Rohstoffgewinnung aus geringwertigen Erzen. Neben den seltenen metallischen Rohstoffen gilt es auch, die Rückgewinnung hochpreisiger nichtmetallischer Ausgangsmaterialien aus Verbundwerkstoffen zu untersuchen. Die konsequente Nutzung von Sekundärrohstoffquellen kann die Rohstoffabhängigkeit allerdings nur abmildern, nicht beseitigen. Daher ist es unerlässlich, parallel dazu nach Substitutionsmöglichkeiten zu suchen.
Diese Technologien setzen eine fokussierte Entwicklung von neuen chemischen, werkstoffkundlichen und verfahrenstechnischen Methoden voraus. Ein Zentrum für Wertstoffkreisläufe und Werkstoffsubstitution soll diese Aufgabenstellungen in gezielter und konzentrierter Form und in enger Abstimmung mit industriellen Partnern bearbeiten.
