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Fachkräftebedarf

Wachsender Fachkräftebedarf: Die 6-Säulen-Strategie zur Sicherung der Wachstumskräfte der bayerischen Wirtschaft

Wachsender Fachkräftebedarf ist die größte Herausforderung, vor der die Unternehmen sämtlicher Industrienationen in den vor uns liegenden Jahren und Jahrzehnten stehen; dies gilt auch für die Unternehmen in Bayern. Von der angelernten Pflegekraft über Auszubildende in Handwerk, Industrie und Dienstleistungsbetrieben bis hin zu Berufsanfängern mit akademischem Hintergrund und Profis mit viel Praxiserfahrung sind alle Qualifikationsstufen betroffen. Bayerische Betriebe haben aber im Wettbewerb um die Besten einen Standortvorteil; diesen wollen wir konsequent nutzen und ausbauen.

Die Unternehmen müssen sich auf dem Arbeitsmarkt des 21. Jahrhunderts positionieren, um ihre Leistungskraft nachhaltig abzusichern. Die bayerischen Wirtschaftsorganisationen stehen dabei gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium engagiert an der Seite der Unternehmerinnen und Unternehmer. Gerade auch die mittelständischen Betriebe profitieren von einer soliden Organisationskraft der bayerischen Wirtschaft und von vielfältigen Standortstärken:

  • Bayern ist für seine Lebensqualität weltweit bekannt und beliebt: Wunderschöne Natur, traditionsreiche Kultur und gemütliche Gastlichkeit machen Bayern zum Tourismusland Nummer 1 in Deutschland. Warum also nicht dort arbeiten, wo andere Urlaub machen?
  • Darüber hinaus ist Bayern auch das Chancenland Nummer 1: Ein langfristig überdurchschnittliches Wachstum gepaart mit hochmoderner Technologie spricht für hochwertige, gutbezahlte Arbeitsplätze mit hervorragenden Zukunftsperspektiven.
  • Gleichzeitig sorgt der traditionell sehr starke Mittelstand in Bayern für interessante Arbeitsplätze und Karrierechancen flächendeckend im ganzen Freistaat.
  • Dabei ist auch die Familie in Bayern „gut aufgehoben“: Die bayerischen Schulen schneiden beim PISA-Test am besten ab, und über eine flächendeckend hervorragende Versorgung mit Hochschulen ist dafür gesorgt, dass jeder aus seinen Talenten das Beste machen kann. Darüber hinaus profitieren gerade die Familien davon, dass Bayern auch beim Thema „Sicherheit“ am besten abschneidet.

Nicht ohne Grund sind seit Anfang der 90er-Jahre rund 1,3 Millionen Menschen neu zu uns nach Bayern gekommen. Diesen guten Trend werden wir in die Zukunft fortschreiben; wir wollen im Wettbewerb um Qualifizierte den „Vorsprung Bayern“ gezielt nutzen. Gleichzeitig werden wir die Leistungspotenziale der Menschen in Bayern optimal erschließen.

Das Bayerische Wirtschaftsministerium verfolgt eine 6-Säulen-Strategie, um die Wachstumskräfte der bayerischen Wirtschaft zusätzlich abzusichern:

  1. Unser primäres Ziel ist es, noch vorhandene Arbeitslosigkeit abzubauen. Dies ist ein Gebot der Sozialstaatlichkeit und trägt dazu bei, Sozialkosten zu vermeiden sowie die Lohnzusatzkosten zurückzuführen. Allerdings muss man realistisch sehen, dass insbesondere im Bereich höherqualifizierter Fachkräfte die Wirkung dieses Ansatzes für die Unternehmen sehr begrenzt ist.
  2. Ein wichtiger Schwerpunkt des Wirtschaftsministeriums ist das Engagement im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Wir wollen sicherstellen, dass jeder Arbeitnehmer auf möglichst hohem Niveau seine persönlichen Chancen verwirklichen kann und gleichzeitig die Betriebe flächendeckend in ganz Bayern auf hervorragend und modern ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen können. Mit dieser Zielrichtung hat das Bayerische Wirtschaftsministerium allein im Jahr 2010 rund 38 Millionen Euro in die Förderung der beruflichen Bildung investiert. Aus- und Weiterbildung bringt Wohlstand und Zukunftsfähigkeit für jeden einzelnen Arbeitnehmer, für die Unternehmen und für den Wirtschaftsstandort insgesamt.
  3. Parallel hierzu wollen wir über eine möglichst hohe und hochwertige Erwerbsbeteiligung aller (potenziellen) Erwerbspersonen das in Bayern vorhandene Leistungsvermögen optimal ausschöpfen. Hier bieten sich vielfältige Ansatzpunkte: Die berufliche Integration von Erziehenden, Migranten, älteren Arbeitnehmern und Menschen mit Behinderungen gehört ebenso dazu, wie die Gestaltung der Wochen-, der Jahres- und der Lebensarbeitszeit. Hier sind die Tarifpartner und die Unternehmen selbst gefordert, durch personalplanerische Innovation zeitgemäße und attraktive Perspektiven zu entwickeln. Dabei stehen die Wirtschaftsorganisationen mit vielfältigen Beratungs- und Weiterbildungsangeboten an der Seite der Entscheidungsträger insbesondere von mittelständischen Unternehmen.
  4. Bayern wird seine besondere Attraktivität und seine Standortstärken nutzen, um im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte seine gute Position auszubauen. Die bayerische Wirtschaft ist mit Ausfuhren im Wert von 145 Milliarden Euro – bei einem Außenhandelsüberschuss von 13,6 Milliarden Euro – hochgradig international vernetzt. Fachkräfte aus dem Ausland schließen nicht nur Lücken auf unserem Arbeitsmarkt, sondern festigen diese gute Vernetzung der bayerischen Unternehmen mit ihren Partnern auf den Auslandsmärkten. Deshalb wollen wir ausländische Fachkräfte in Bayern mit einer echten Willkommenskultur in Empfang nehmen. Eine notwendige Voraussetzung hierfür ist eine weitergehende Deregulierung des Aufenthaltsrechts und eine echte Service-Orientierung der einheimischen Ausländerbehörden. Mit Einführung eines „Punktesystems“, das sich international bereits bewährt hat, kann Zuwanderung zielgerichtet nach dem Bedarf der heimischen Unternehmen strukturiert werden, ohne dass dabei eine unmittelbare Konkurrenzsituation zu den heimischen Arbeitsuchenden entsteht.
  5. Nicht nur die Arbeitnehmer werden weniger, sondern auch die Unternehmer; an dieser Stelle werden wir ebenfalls verstärkt gegensteuern. Wir wollen die vielfältige und gesunde mittelständische Struktur der bayerischen Wirtschaft in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum halten, auch in Zeiten des demographischen Wandels. Deshalb gewinnen die Themen „Unternehmensnachfolge“ und „Existenzgründergeschehen“ in Zukunft immer stärker an Gewicht. Über das Portal www.unternehmensnachfolge-in-bayern.de des Wirtschaftsministeriums sind ausführliche Informationen über Initiativen im Bereich der Unternehmensnachfolge verfügbar. Das Existenzgründergeschehen wird insbesondere durch das Engagement von über 50 Gründeragenturen begleitet; dort finden immerhin durchschnittlich rund 500 Beratungen täglich statt.
  6. Die bayerische Wirtschaft ist im Bereich moderner Technologien hervorragend aufgestellt. Von der 1,5 Milliarden Euro schweren Initiative „BayernFIT – Forschung, Innovation, Technologie“ profitieren gerade auch die mittelständischen Unternehmen. Diese Standortstärken können die bayerischen Unternehmen nutzen, um über gezielte Prozessinnovationen ihre Arbeitsproduktivität zu verbessern. Auf diesem Wege bietet sich die Chance, mit einem gegebenen Personalstamm „mehr“ zu leisten; auch dies kann für manche Unternehmen ein Ansatz sein, um auf eine veränderte Personalsituation zu reagieren. Gleichzeitig können produktivere, höherwertige Arbeitsplätze auch besser bezahlt werden; dies stärkt wiederum die Wettbewerbsposition unserer bayerischen Unternehmen im weltweiten Wettbewerb um die Besten.

Insbesondere die mittelständischen Unternehmen Bayerns profitieren beim Thema „Fachkräftebedarf“ vom traditionell guten Miteinander aller Akteure der Wirtschaftspolitik: Im Rahmen des am 22. Juni 2009 gegründeten „Mittelstandspakts Bayern“ bündelt das Wirtschaftsministerium die Kräfte von über 50 Wirtschaftsorganisationen und –verbänden, um den Anliegen der mittelständischen Wirtschaft zusätzliche Schubkraft zu verschaffen. Dabei ist u.a. auch der Fachkräftebedarf ein wichtiges Thema: Der Mittelstandspakt Bayern hat am 31. August 2010 ein gemeinsames Strategiepapier verabschiedet, um das Engagement der beteiligten Organisationen zu koordinieren.


Wachsender Fachkräftebedarf als eine neue Aufgabe für unsere Soziale Marktwirtschaft

Deckblatt - Wachsender Fachkräftebedarf als eine neue Aufgabe für unsere Soziale Marktwirtschaft

Weiterführende Links

AusbildungsOffensive-Bayern

Logo der AusbildungsOffensive

Die AusbildungsOffensive-Bayern ist eine Initiative des Bayerischen Unternehmensverbands Metall und Elektro e.V. (bayme) und des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. (vbm). Insgesamt sind das ca. 2.000 Unternehmen in ganz Bayern, die Jugendlichen zu einer vielversprechenden beruflichen Zukunft verhelfen.

Mit Plakaten, Broschüren, Info-Team-Einsätzen und dem Internetportal werden Jugendliche über ihren optimalen Berufseinstieg in die bayerische Metall- und Elektroindustrie beraten. Informationen und Fakten rund um die Branche gehören dabei ebenso zum Programm, wie Tipps rund um Bewerbung und Ausbildung.

Fachkräftemonitor Bayern

Logo des Fachkräftemonitors

Bei dem Projekt "Fachkräftemonitor Bayern" handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag BIHK e.V. und dem Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR.

Der Fachkräftemonitor Bayern ist ein Instrument der bayerischen Industrie- und Handelskammern zur Analyse und Prognose von Fachkräfteangebot und -nachfrage in Bayern, sowie in seinen Regionen und Branchen bis zum Jahr 2025.

Lehrlinge für Bayern

Logo von 'Lehrlinge für Bayern'

Das Handwerk hat flächendeckend in ganz Bayern für junge Frauen und Männer aller Schulabschlüsse viel zu bieten; zu jedem persönlichen Interesse gibt es den passenden - und sicheren - Job. Nach erfolgreicher Lehre und einer gewissen beruflichen Praxis kann außerdem auch der Einstieg in die Meisterausbildung erfolgen - damit sind dann alle Wege offen: Ob Führungskraft im Betrieb oder Selbstständigkeit im eigenen Unternehmen, der Handwerksmeister ist überall gerne gesehen und kann mit guter Arbeit gutes Geld machen. In Bayern haben Handwerksmeister außerdem auch die Möglichkeit, an den Universitäten oder Fachhochschulen zu studieren. Der Weg in das Handwerk ist also ein Weg in eine gute Zukunft; beim Handwerk jeder kann aus seinen Talenten das Optimale machen. Hier bietet das Portal "lehrlinge-fuer-bayern" Orientierung und Einstiegsmöglichkeiten.

Sprungbrett Bayern

Logo 'Sprungbrett Bayern'

Wichtige Entscheidungen wollen gut überlegt sein. Deshalb bietet es sich an, mit einem Praktikum ein interessantes Berufsfeld oder ein Unternehmen mal "probezufahren". In Bayern haben wir deshalb mit "Sprungbrett Bayern" den richtigen Start für alle eingerichtet, die ein interessantes Praktikum zur Berufsorientierung anstreben:

  • sprungbrett Bayern ist die größte Praktikumsbörse für Schülerinnen und Schüler in Bayern.
  • sprungbrett Bayern ist regional aktiv, branchenübergreifend und für alle Schularten.

Mit sprungbrett Bayern bietet SCHULEWIRTSCHAFT Bayern jungen Menschen über eine Internetplattform Praktikumsplätze aus unterschiedlichen Branchen. Ziel ist es, Jugendliche bei der Berufsorientierung zu unterstützen und ihnen die Wege der Ausbildung nahe zu bringen.

Unternehmensnachfolge in Bayern

Logo 'Unternehmensnachfolge in Bayern'

Dies ist die Internetseite für echte Anpacker: Werden Sie doch einfach Chef oder Chefin und machen Sie sich selbständig! Der Schritt in die Selbständigkeit kann durch die Übernahme eines etablierten Betriebes mit bestehendem Kundenstamm erheblich erleichtert werden. Oft steht der "alte" Eigentümer in einer Übergangszeit noch hilfreich an der Seite des "Neuen". Als Unternehmerin oder Unternehmer gehen Sie nicht nur eigene Wege, sondern Sie können auch zu denjenigen gehören, die neue Wege vorzeichnen. Über die "unternehmensnachfolge-in-bayern" des Bayerischen Wirtschaftsministeriums  können Sie selber Zukunft "machen".



Quelle: http://www.stmwivt.bayern.de//wirtschaft/fachkraeftebedarf/ (23. 02. 2012)