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5-Punkte-Strategie Elektromobilität

Um Bayern zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu machen, hat die Bayerische Staatsregierung im Mai 2010 folgende 5-Punkte-Strategie zur Elektromobilität beschlossen:

Ausbau der bayerischen Forschungslandschaft

Die Weichen für die bayerische "Forschungslandschaft Elektromobilität" werden insbesondere in den Metropolregionen Nürnberg und München gestellt:

Wissenschaftszentrum Elektromobilität der TU München

Wirtschaftsminister Martin Zeil testet Hybridfahrzeug

Dieses bundesweit einmalige Forschungszentrum bündelt eine Vielzahl von Lehrstühlen und Fachgebieten in fünf Fakultäten (Chemie, Elektrotechnik & Informationstechnik, Informatik, Maschinenwesen und Physik). Das Konzept des Zentrums basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der alle Aspekte von der Fahrzeugtechnik (Antriebssysteme, Steuerungs- und Kommunikationssysteme, Leistungselektronik) über die Energieversorgung (Energiespeicher und -wandler, Speicher- und Thermomanagement) bis hin zur Energiewirtschaft (Energiebereitstellung, Energienetze & Infrastruktur, Anbindung und Betrieb dezentraler Speicher) umfasst. Nähere Einzelheiten finden Sie unter http://electrotraction.fahrzeugtechnik-muenchen.de/

Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie in Erlangen und Nürnberg

Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel vor Audi TT Hybrid
Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil testet Audi TT Hybrid

Dort investiert der Freistaat in den nächsten Jahren rund 10 Millionen Euro für die Weiterentwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Mit innovativer Leistungselektronik werden neue technische Lösungen im Bereich der elektrischen Fahrzeugantriebsysteme entwickelt. Nähere Einzelheiten finden Sie unter www.iisb.fraunhofer.de

E|Drive-Center in Nürnberg

Im E|Drive-Center Nürnberg fördert der Freistaat die Entwicklung neuartiger elektrischer Antriebskonzepte und den Wissenstransfer von der Hochschule in die industrielle Praxis. Dafür werden im ersten Schritt rund 9 Millionen Euro bereitgestellt. Unter Leitung des Lehrstuhls FAPS (Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg startete im April 2010 die Arbeit des auf die Produktion elektrischer Antriebe fokussierten Transferzentrums mit dem Ziel, bayerische Unternehmen in einer Branche mit überdurchschnittlichen Wachstumsaussichten nachhaltig zu unterstützen.

Als Schnittstelle zwischen Industrie und Hochschule bündelt das E|Drive-Center die umfangreichen Forschungskompetenzen in der Metropolregion Nürnberg auf dem Gebiet der elektrischen Antriebstechnik. Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums liegen in der Analyse und Optimierung der Anwendung, der fertigungsnahen Auslegung sowie der Produktionsprozessgestaltung von Komponenten und Systemen der elektrischen Antriebstechnik. Hierzu ist der Aufbau eines Technikums geplant, in dem Anlagen und Technologien der modernen Motorenfertigung in enger Zusammenarbeit mit der Industrie untersucht und optimiert werden. Das Leistungsspektrum reicht hierbei von der Auslegung kompletter Fertigungslinien über den Aufbau von Prototypen, der Qualifizierung von Komponenten und Antrieben oder der Konzeption mechatronischer Antriebssysteme bis zur detaillierten Analyse und Optimierung einzelner Fertigungsprozesse.

Verstärkte Vernetzung der Unternehmen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Die Vernetzung erfolgt vor allem im Rahmen der Cluster-Offensive Bayern, die auf den Ausbau und die Stärkung landesweiter Netzwerke zwischen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen in 19 Schlüsselbranchen und Technologiefeldern abzielt. Die Cluster-Offensive hat in der bayerischen Wirtschaft eine erhebliche Breitenwirkung erreicht: Mittlerweile nehmen rund 5.000 Unternehmen, überwiegend aus dem Mittelstand, regelmäßig an den Aktivitäten der Cluster teil. Die einzelnen Clusterteams haben seit dem Start über 3.000 Veranstaltungen durchgeführt und 350 Projekte mit einem Volumen von 200 Mio. Euro angestoßen. Aufgrund des großen Erfolges wird die im Jahre 2006 gestartete Cluster-Offensive zunächst bis zum Jahr 2015 weitergeführt.

Darüber hinaus bestehen im Bereich der Elektromobilität bereits starke Allianzen einzelner Hochschulen mit der forschungsintensiven Industrie, insbesondere der Automobilindustrie und der elektrotechnischen Industrie.

Unterstützung von Modellprojekten

Die Staatsregierung unterstützt die Elektromobilitätsregionen München und Allgäu. Ergänzend dazu werden drei weitere Modellprojekte für Elektromobilität in Bayern etabliert. Ziel ist es, Anwendungsbeispiele für die verschiedensten Bereiche der E-Mobilität und der regenerativen Energien zu erproben.

Nähere Einzelheiten zu den Modellprojekten.

Neue Schwerpunktsetzung im Rahmen der bayerischen Cluster-Strategie "Automotive"

Prof. Dr. Josef Nassauer, Wirtschaftsminister Martin Zeil und Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch

Die Elektromobilitäts-Aktivitäten innerhalb der Cluster-Offensive Bayern unter Federführung des Cluster Automotive werden verstärkt. Der Cluster Automotive wurde als Koordinationsstelle bestimmt, um die Zusammenarbeit der Cluster Automotive, BahntechnikChemieEnergietechnikSensorik und LeistungselektronikLogistikMechatronik & AutomationNeue WerkstoffeInformations- und Kommunikationstechnik sowie Satellitennavigation im Bereich Elektromobilität zu organisieren. 

Die Online-Plattform "Innovation Car" des Clusters Automotive zur Präsentation von Automobilkompetenzen wurde um einen neuen Schwerpunktbereich "Elektromobilität" ergänzt, der eine Präsentation von Kompetenzen in den Bereichen E-Fahrzeuge sowie deren Komponenten und System erlaubt. 

Mit dem "Kompetenzatlas Elektromobilität Bayern" werden die bayerischen Kompetenzen im Bereich der Elektromobilität von der Forschung bis zur industriellen Umsetzung erfasst. Der "Kompetenzatlas Elektromobilität Bayern" soll verschiedenen Akteuren und insbesondere den Unternehmen als Datenbasis zur schnellen und zielgerichteten Bildung von Projektkonsortien sowie zur Beschleunigung von Entwicklungstätigkeiten und Kooperationen dienen. 

Prof. Lothar Frey, Dr. Martin März, Wirtschaftsminister Martin Zeil, Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch und Prof. Dr. Josef Nassauer

Im Rahmen der Messe eCarTec wird ein bayerischer Staatspreis für Elektromobilität vergeben. In diesem Wettbewerb stehen die Teilnehmer in einem internationalen Vergleich und können sich so potentiellen Auftraggebern empfehlen. Zudem unterstreichen Unternehmen mit der Teilnahme am eCarTec Award ihre Innovationskompetenz und fördern so die Marktposition ihrer Produkte und Technologien.

Unterstützung von Leuchtturm-Projekten

Die Staatsregierung will einzelne E-Mobilitätsprojekte mit besonderer Signalwirkung fördern.

Dies erfolgt zum einen über die Bayerische Forschungsstiftung, die hochinnovative Forschungsprojekte aus Naturwissenschaft und Technik, in denen Wirtschaft und Wissenschaft zusammenarbeiten, fördert.
Nähere Einzelheiten zu den Förderprojekten der Bayerischen Forschungsstiftung.

Zum anderen unterstützt die Staatsregierung das industriegetriebene Leuchtturmprojekt "Elektromobilität verbindet Bayern"

Maßnahmenpaket zur schnellen Markteinführung

Eine Interministerielle Arbeitsgruppe mit Vertretern aus der Staatskanzlei und allen beteiligten Ressorts befasst sich u.a. mit folgenden Themen:

  • Finanzielle Anreize zur Einführung der Elektromobilität z.B. in Form von steuerlichen Vergünstigungen
  • Generierung von Nutzungsvorteilen durch Schaffung von Vorrang-Parkplätzen, Freigabe von Sonderfahrstreifen, Kennzeichnung von E-Fahrzeugen etc.
  • Sonstige Prüfpunkte wie z.B. Möglichkeiten der Beschaffung von E-Fahrzeugen als Dienstwagen, Ermittlung baurechtlichen Änderungsbedarfs etc.


Quelle: http://www.stmwivt.bayern.de//wirtschaft/industrie/zukunftsoffensive-elektromobilitaet/5-punkte-strategie-elektromobilitaet/ (22. 05. 2012)